Im Seglerjargon die Verwindung eines Segels. Der Twist entsteht, weil sich der Einfallswinkel
des Bordwindes ( des scheinbaren Windes) an den Segeln durch die größere
Windgeschwindigkeit in der Höhe über dem Wasser verändert. Auf einem Amwindkurs
kontrolliert die Großschot den Twist direkt. Auf einem Raumschotkurs wird mit Hilfe des
Vorliekspanners der optimale Twist erzeugt.
Twist im Großsegel – was soll das? – Das bringt doch nichts! (oder?)
So paradox wie es klingt, so kann es doch richtig sein.
Das Problem ist folgendes:
Auf Raumschots- bis Vorwind-Kurs und Welle kann ein Schiff zum „Rollen“ oder „Geigen“ neigen.
Dabei kann das Schiff aus dem Ruder laufen bzw. der Rudergänger hat Probleme den Kurs zu
halten. Eine solche Situation kann mit Quer schlagen vor der Welle oder einer Patenthalse enden.
Wie kann ich dies vermeiden? Oder woher kommt das eigentlich?
Aerodynamische Anregung beim Rollen:
Auf Raumschots- bis Vorwind-Kurs wird das Großsegel durch die Rollbewegung mal von rechts
und mal von links stärker angeströmt, da der Mast hin und her schwingt. Bei einem gut getrimmten
oder gut stehenden Großsegel (flacher Trimm) bei mehr Wind, wird die Rollbewegung durch die
Vortriebskraft des Segels sogar noch angeregt.
Luvgierigkeit bei einer Böe:
Auf Raumschots- bis Vorwind-Kurs wird das Schiff luvgieriger, wenn es nicht mehr beschleunigen
kann. Bei einem Schiff, dass im Bereich der Rumpfgeschwindigkeit fährt, wird mehr Wind nicht
mehr in Geschwindigkeit umgesetzt, sondern nur noch in Krängung und dann in Luvgierigkeit. Das
Schiff luvt dann solange an, bis der Winddruck wieder weg ist – also bis ungefähr Halbwind –
genau quer zur Welle.
Was ist ein Twist im Großsegel?
Das Segel ist oben deutlich offener als unten. Das bezeichnet man auch als „Twist“ im Segel. Einen
solchen Twist im Segel beseitigt man z.B. durch versetzen des Travellers nach Lee.
Dann wird das Segel wieder schön flach.
Interessant ist jedoch, dass anscheinend aufgrund des Twistes im Großsegel das Schiff
überhaupt nicht ins Rollen kommt und dass auch Böen von Achtern „weich“ einfallen.
Das Segel macht im Top auf und reduziert selbstständig Segeldruck.
Im Ergebnis wird das Schiff in der Bö nicht Luvgierig – auch wenn der Segeltrimm auf den
ersten Blick furchtbar aussieht.
Fazit:
Der Segeltrimm sieht zwar bescheiden bzw. furchtbar aus – aber das Schiff kommt nicht ins Rollen
und ist gut steuerbar.










